Dienstag, 8. Mai 2018

Das „Ich-Syndrom“


„Ich als Juristin. Ich als Schauspieler. Ich als Journalist.“ Ich, Ich, Ich!

Das von mir liebevoll genannte „Ich-Syndrom“ ist in jeder Gesellschaft wiederzufinden. Vorzugsweise bei Menschen, die etwas neu erlangt haben. Sei es Geld, einen Bildungsabschluss oder die Ehe. Diese Personen möchten ständig andere Leute darauf Aufmerksam machen, dass sie ja ach so toll sind und viel besser sind als alle anderen. Extrem verbreitet ist diese Krankheit beim Nahost-Volk. Ob es eine Art Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder vielleicht nur eine ekelhafte Charaktereigenschaft ist, ist noch nicht ganz klar. Aber eins steht fest – Es nervt!

Wie gesagt, dieses Phänomen ist nicht unbedingt Kultur spezifisch. Dennoch fällt es auf, dass die Meisten, die dieses Verhalten an den Tag legen, Leute aus dem Nahen Osten sind. Mögliche Ursachen dafür sind: Die Erziehung - Eltern, die ihren Kindern ständig weiß machen wollen, dass niemand so toll und attraktiv ist, als sie selbst. Der Freundeskreis, der ausschließlich aus Akademikern und Künstlern besteht. Oder auch der eigene Partner, der vorher schon mit dieser Krankheit befallen ist und den anderen sozusagen co-abhängig macht. 

Es hat nicht unbedingt irgendwas mit dem Beruf zu tun, (auch wenn das bei Politikern fast schon eine Berufskrankheit ist und irgendwie dazugehört). Es genügt auch schon, wenn man z. B. so was sagt wie: „Ich bin ein Mensch.“ Da kommt der bei betroffenen Ich-Syndrom Patienten und muss irgendwas dagegenhalten, wie: „Ja, aber ich bin ‚Menscher‘!“

Hier ein paar Indizien für Menschen, die am „Ich-Syndrom“ leiden:

  1. Sie reden nur über sich und es interessiert sie überhaupt nicht, was andere zu erzählen haben.
  2. Die Patienten glauben, dass niemand in ihrer eigenen Umgebung, ihnen das Wasser reichen kann.
  3. Es ist ihnen extrem wichtig, was andere von ihnen halten.
  4. Sie kompensieren vieles mit ihrem Erscheinungsbild. (Sie tendieren meistens zu überteuerten Hipster-Klomatten oder extrem klassischen Kleiderstücken, wie Bleistiftrock oder Blazer. Schließlich wollen Sie nicht nur mit ihrem Gerede, sondern auch mit ihren Kleidern aus der Masse herausstechen.)
  5. Sie akzeptieren keine Kritik.
  6. Wissen grundsätzlich alles besser, auch wenn sie noch nie was davon gehört haben.
  7. Sie versuchen unnötig viele Fremdwörter in ihren Setzten einzubauen, damit sie noch intelligenter rüber kommen.
  8. Nehmen sich selbst zu ernst.
  9. Und reden den Erfolg von anderen Menschen klein.
  10. 10.Wenn Sie eine Meinung zu einem anderen Menschen gebildet haben, dann kann dieser sonst was geschaffen haben, oder sich sehr positiv verändert haben, der Erkrankte wird das nie tolerieren oder gar anerkennen. Eine zweite Chance gibt es bei solchen Menschen nicht.
  11. 11.Sie haben meistens keine, bis sehr wenige Freunde.

Falls du diesen Text grade liest und bemerkst, dass viele dieser oben beschriebenen Punkte, bei einer Person in deinem Umfeld zutreffen, dann nimm dich in Acht. Denn diese Krankheit ist auch übertragbar. Besonders Studenten, Neureiche, Konvertiere und geflüchtete Menschen sind ganz leicht ansteckbar. Denn diese Krankheit bricht meistens bei Leuten aus, die einen neuen Lebensabschnitt beginnen und niemals damit gerechnet hätten, dieses Ziele zu erreichen.

Aber keine Sorge, man kann die Krankheit besiegen und sogar effektiv vorbeugen. Hier ein paar Tipps:

  • Akzeptiert andere Menschen und unterschätzt sie nicht, nur weil sie nicht ständig mit ihren Erfolgen prahlen.
  • Tue etwas Gemeinnütziges, ohne es jedem erzählen zu müssen.
  • Lass dir auch Mal helfen.
  • Erzählt erst über euch und euer Leben, wenn man euch fragt.
  • Lasst andere Menschen auch die Möglichkeit zu antworten.
  • Und wenn du Mal etwas nicht weißt, dann ist es keine Schande zu fragen und sich etwas erklären zu lassen.

Auch wenn die Krankheitsverläufe bei jedem Ich-Erkrankten Patient anders aussehen, haben sie alle etwas gemeinsam. Sie wollen nur geliebt werden. Denn bisher lieben sie nur sich selbst.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen