Dienstag, 2. Dezember 2014

Politische Trends der Winterkollektion 2014/2015

Das mit den Trends ist schon eine verrückte Sache. Alle paar Jahre kommen und gehen sie wieder. Wie beispielsweise der aktuelle latent angehauchte Hippie Style und die damit verbundene ökologisch-korrekte Lebensweise. Doch nicht nur in Sachen Kleidungs- oder Lebensstil gibt es einen immer wiederkehrenden Trend, sondern auch in der Politik. Wie zum Beispiel der "Solidarität mit Kobanî"- Trend. 

Die "Neu-Kurden"
„Neu-Kurden", die hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, erinnern sich nach langer Zeit wieder dran, dass sie kurdische Wurzeln haben. Sie finden es irre „cool“ wieder mal rot-gelb-grün zu tragen, auf Demos die Fahnen zu schwingen und das ganze demonstrativ auf Facebook und Instagram hochzuladen. Ansich ist es ja eine feine Sache diese Solidarität. Aber diese Leute sind scheinbar süchtig nach Selbstprofilierung. Hier stellt sich die Frage, ab wann wird das ganze nur noch zu einer lächerlichen Selbstvermarktung?!

Der Hype um Kobanî
Dieser neue Hype, den unsere kurdische Jugend in Deutschland mitmacht, ist langsam grenzwertig. In den letzten paar Wochen, nahm das Ganze eine so absurde Dimension an, so dass man sich fragen musste „Um was geht es eigentlich wirklich?“. Es ist penetrant, aufsässig und einfach nur künstlich. Natürlich bestreit keiner, dass alles was grade in den kurdischen Gebieten passiert, nicht schlimm oder nicht grausam ist. Die Leute, die ernsthaft betroffen sind, aufgrund ihrer Familie, ihrer Freunde oder sonst einen Bezug dazu haben, sind natürlich nicht gemeint. Sondern nur die, die bis vorkurzem keinerlei Ahnung von Kobanî hatten, aber nun unbedingt auf den Zug des Mitleids aufspringen wollen. Bei einigen von denen könnte man wirklich meinen, dass ihr Leben hier in DE irgendwie abhängig wäre von dem, was in der kurdischen Stadt Kobanî passiert. Als würde das in irgendeiner Art und Weise sie persönlich tangieren. Wenn sie wenigstens wirklich alles über ihr heißgeliebtes Thema wüssten. Denn Fakt ist, dass vor Kobanî auch schon vier Jahre  Krieg in dieser Gegend geherrscht hat.Virtuell ist es am schlimmsten. Jeder zweite Post ist irgendwie politisch angehaucht oder latent kurdisch. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man meinen sie sind grade Vorort. Wissen diese Leute eigentlich halb so viel über Deutschlands Innenpolitik bzw. allgemein was auf der Welt noch so passiert? Man wagt es zu bezweifeln.

Integration in die kurdische Gesellschaft 
Diese offensichtlich einseitig gesellschaftsbezogenen Tendenzen beweisen, dass diese deutsche „Neu-Kurden“ -Jugend krampfhaft versucht sich in der kurdischen Gesellschaft einzugliedern und nur dann wieder ihre deutsch/europäische Karte ausspielen, wenn es um ihre Freizeitgestaltung geht. Das Argument, dass das ganze künstliche Mitleid etwas mit der verstärkten Verwurzlung zu der Heimat ihrer Eltern zutun haben soll, ist schlicht und einfach gelogen. Denn wo war ihr Interesse vorher und wo wird es nach Kobanî sein? Selbst als ganz nebenbei die ezîdîsche Minderheit innerhalb weniger Tagen, erneut angegriffen wurden, haben diese „Erzkurden“ getrotzt drüber hinweg geschaut. Diese "so heimatbewusste" kurdische Jugend hält es meistens keine paar Wochen in der Heimat ihrer Eltern aus und möchten so schnell wie möglich nach Deutschland zurückkehren.

Aufrichtiges Interesse 
Menschen, die wirklich betroffen sind, die noch Familie oder Freunde in dieser Gegend haben, sich schon immer für dieses Thema interessieren oder einen persönlichen Bezug aufgebaut haben, sieht man die Aufrichtigkeit einfach an. Denn niemand würde in seiner Trauer bzw. mit seinem Mitgefühl derartig Werbung für sich selbst machen, lächeln und fröhlich Bilder knipsen und sich als Held der Nation betrachten. Zu allem Übel erwarten diese Maulhelden noch Aufmerksamkeit für ihre „gute Sache“ und sind enttäuscht, wenn sie nicht anerkannt werden.

Weitere Trends der kommenden Saison
Neben dem den Kobanî-Trend, ist auch die ISIS zwangsläufig in aller Munde. Man könnte die ISIS mittlerweile schon als „das kleine Schwarze“ der Politik bezeichnen. Das passt irgendwie immer.  Doch auch andere politischen Trends sind schwer am kommen. Die da wären:
Islamphobie (Nur ein Salafist, ist ein wahrer Muslim)
Free Palästina ( Judenhass ist ok, wenn es um Palästina geht )
"Bad Putin" ( Vor der Sache mit der Ukraine war er scheinbar ein weiß lackierter Obama für Europa )

Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Selbstprofilierung, den Erst der Sache in den Schatten stellt und den Menschen, die wirklich drunter leiden, keinerlei Hilfe ist. Diese politischen Krisen, die der Kapitalismus, Sozialismus oder Extremismus mit sich bringen, werden nicht mit paar Postings, Demos oder in virtuellen Chatrooms gelöst. Wer ernsthaft Interesse dran hat, sollte sich intensiver mit der Materie sich auseinander setzten und nicht nur zu einer bestimmten Saison, wie es bei Modeerscheinungen es der Fall ist.


(A.J 2014)


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