Dienstag, 8. Mai 2018

Das „Ich-Syndrom“


„Ich als Juristin. Ich als Schauspieler. Ich als Journalist.“ Ich, Ich, Ich!

Das von mir liebevoll genannte „Ich-Syndrom“ ist in jeder Gesellschaft wiederzufinden. Vorzugsweise bei Menschen, die etwas neu erlangt haben. Sei es Geld, einen Bildungsabschluss oder die Ehe. Diese Personen möchten ständig andere Leute darauf Aufmerksam machen, dass sie ja ach so toll sind und viel besser sind als alle anderen. Extrem verbreitet ist diese Krankheit beim Nahost-Volk. Ob es eine Art Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder vielleicht nur eine ekelhafte Charaktereigenschaft ist, ist noch nicht ganz klar. Aber eins steht fest – Es nervt!

Wie gesagt, dieses Phänomen ist nicht unbedingt Kultur spezifisch. Dennoch fällt es auf, dass die Meisten, die dieses Verhalten an den Tag legen, Leute aus dem Nahen Osten sind. Mögliche Ursachen dafür sind: Die Erziehung - Eltern, die ihren Kindern ständig weiß machen wollen, dass niemand so toll und attraktiv ist, als sie selbst. Der Freundeskreis, der ausschließlich aus Akademikern und Künstlern besteht. Oder auch der eigene Partner, der vorher schon mit dieser Krankheit befallen ist und den anderen sozusagen co-abhängig macht. 

Es hat nicht unbedingt irgendwas mit dem Beruf zu tun, (auch wenn das bei Politikern fast schon eine Berufskrankheit ist und irgendwie dazugehört). Es genügt auch schon, wenn man z. B. so was sagt wie: „Ich bin ein Mensch.“ Da kommt der bei betroffenen Ich-Syndrom Patienten und muss irgendwas dagegenhalten, wie: „Ja, aber ich bin ‚Menscher‘!“

Hier ein paar Indizien für Menschen, die am „Ich-Syndrom“ leiden:

  1. Sie reden nur über sich und es interessiert sie überhaupt nicht, was andere zu erzählen haben.
  2. Die Patienten glauben, dass niemand in ihrer eigenen Umgebung, ihnen das Wasser reichen kann.
  3. Es ist ihnen extrem wichtig, was andere von ihnen halten.
  4. Sie kompensieren vieles mit ihrem Erscheinungsbild. (Sie tendieren meistens zu überteuerten Hipster-Klomatten oder extrem klassischen Kleiderstücken, wie Bleistiftrock oder Blazer. Schließlich wollen Sie nicht nur mit ihrem Gerede, sondern auch mit ihren Kleidern aus der Masse herausstechen.)
  5. Sie akzeptieren keine Kritik.
  6. Wissen grundsätzlich alles besser, auch wenn sie noch nie was davon gehört haben.
  7. Sie versuchen unnötig viele Fremdwörter in ihren Setzten einzubauen, damit sie noch intelligenter rüber kommen.
  8. Nehmen sich selbst zu ernst.
  9. Und reden den Erfolg von anderen Menschen klein.
  10. 10.Wenn Sie eine Meinung zu einem anderen Menschen gebildet haben, dann kann dieser sonst was geschaffen haben, oder sich sehr positiv verändert haben, der Erkrankte wird das nie tolerieren oder gar anerkennen. Eine zweite Chance gibt es bei solchen Menschen nicht.
  11. 11.Sie haben meistens keine, bis sehr wenige Freunde.

Falls du diesen Text grade liest und bemerkst, dass viele dieser oben beschriebenen Punkte, bei einer Person in deinem Umfeld zutreffen, dann nimm dich in Acht. Denn diese Krankheit ist auch übertragbar. Besonders Studenten, Neureiche, Konvertiere und geflüchtete Menschen sind ganz leicht ansteckbar. Denn diese Krankheit bricht meistens bei Leuten aus, die einen neuen Lebensabschnitt beginnen und niemals damit gerechnet hätten, dieses Ziele zu erreichen.

Aber keine Sorge, man kann die Krankheit besiegen und sogar effektiv vorbeugen. Hier ein paar Tipps:

  • Akzeptiert andere Menschen und unterschätzt sie nicht, nur weil sie nicht ständig mit ihren Erfolgen prahlen.
  • Tue etwas Gemeinnütziges, ohne es jedem erzählen zu müssen.
  • Lass dir auch Mal helfen.
  • Erzählt erst über euch und euer Leben, wenn man euch fragt.
  • Lasst andere Menschen auch die Möglichkeit zu antworten.
  • Und wenn du Mal etwas nicht weißt, dann ist es keine Schande zu fragen und sich etwas erklären zu lassen.

Auch wenn die Krankheitsverläufe bei jedem Ich-Erkrankten Patient anders aussehen, haben sie alle etwas gemeinsam. Sie wollen nur geliebt werden. Denn bisher lieben sie nur sich selbst.




Mittwoch, 28. Februar 2018

F*** you

وأردد هذا دائماً: "أي مجتمع يعتبر شرفه أو فخره يعتمد على غشاء البكارة فهي ببساطة يمكن أن يمزق".
     في جميع أنحاء الشرق الأوسط، يمكن للمرء أن يلاحظ فقط هذه النتيجة. بالرغم من أن الجنس هو واحد من الاحتياجات البشرية الاساسية، مثل الأكل أو الشرب، بل إنه في هذه البقاع  موضوع محرم التي لا يسمح  بالحديث عنها.
 ولكن إلى ماذا يدل الامتناع عن ممارسة الجنس قبل الزواج ؟ هل الانضباط؟  التنازل أو الاستقرار؟

على ما يبدوان الرجل يعتقد  أنه إذا كانت للمرأة الحرية في جسدها،  فإنها ستصبح مدمنة "نيمفومانياك" وبالتالي لا يمكن السيطرة عليها مجدداً وهذا ما يؤدي إلى أن النساء  يرغبن في الزواج في أقرب وقت ممكن من اجل ممارسة الجنس في نهاية المطاف.

في بلدان الشرق الاوسط  هناك الكثير من حالات الاغتصاب كما انه في هذه البلدان لا يتم الحديث بحرية او بشكل علني عن الجنس، بالرغم من إنه يتم البحث بشكل هائل عن كلمة "الجنس" في الانترنت.
بالطبع فالجنس فقط ليس مثالاً للتقدم والحداثة إلا إنه جزء منه ولكن هذه الحقيقة مرفوضة بشدة ويتم بدلاً من ذالك الزواج الشرعي العلني بكثر.  

السبب الرئيسي وراء التحفظ وعدم ممارسة الجنس وحتى الحديث عنه بشكل علني هو ان الرجل المؤمن حتى يمارس الجنس بطريقة شرعية لابد له ان يقوم بمراعات العادات والتقاليد المتعارف عليه في مجتمه وامام الله في ممارسة الجنس ولهذا السبب فهم يتزوجون دون علاقات حب مسبقة يتخللها الجنس قبل الزواج  هذا يعني بان الشباب في الشرق الاوسط ومن مبداء الالتزام بأحترام العادات والتقاليد الاجتماعية مجبروون للزواج حتى يتسنى لهم من ممارسة الجنس.


الفكرة الأساسية هو ان الزواج اصبحت محدودة جداً. لا عجب، إذ ان الرجل ملزم بالكفاح بالامتناع عن ممارسة الجنس لان بيئته الاجتماعية لايسمح له بممارسة الجنس قبل الزواج الرسمي وبالتالي فالكثير يذهبون للزواج الرسمي فقط لانهم يرغبون بممارسة الجنس كل هذا يؤدي إلى ان الرجل لا يتعلم معنى الزواج واهمية النمو.

بالنهاية، يمكن ممارسة الجنس فقط إذا تمت الموافقة عليه والاعتراف به من قبل العشيرة او المجتمع.

الزواج بالنسبة للكثرين هي علاقات حب وغرام متبادل وهي علاقات في الغالب يكون طويلة الآمد وفريد من نوعه، ولكان بالنسبة ل هؤلاء فالزواج هي مجرد وسيلة لممارسة الجنس فقط وممارسة الجنس لديهم اساس كل شيء.

بعد ان يتم الزواج التقليدي او الزواج حسب العادات والتقاليد ( كما هو الحال في شرق الاوسط) فإن الزوجان وبعد ممارستهم العلاقة الجنسية يدركان بأنهما لايناسبان بعضهم البعض وبالتالي الطلاق… ولهذا السبب على المرء ان لايدخل في زواج إلا بعد تجربة وهنا يأتي المقولة الشهيرة "على المرء الا يشتري شيء قبل ان يجربه"

في الاساس لا فائدة من "الامتناع عن ممارسة الجنس" فهو يشبه تماماً الهواتف الذكية بدون خدمة الإنترنت. فلماذا لاينبغي على المراء الذي يكون لديهِ شريك ولايسمح له بممارسة الجنس معه؟ كيف يمكن للمراء أن يعرف  عما إذا بأستطاعته معاشرة دون ان يسمح له الظروف المحيطة بذالك ؟  نحن أيضا نشتري شطيرة، ونعرف ماذا بداخلها حتى حتى ليس كل مابداخلها. ولكن لماذا هناك أشخاص بيننا لا يساءلونا عن الضروريات قبل أن يتزوجو؟


وعلى الرغم من هذا المجتمع الذي يطالب بالامتناع عن ممارسة الجنس و الذي أخذت كل شيء عن العالم الحديث كعوامل التطوير والتقدم والعولمة  ولكن للأسف ان الديمقراطية والمساواة والحرية والتسامح ليست من بينها.


وينبغي لنا جميعا أن ننظر بجدية في سبب وجود مشاكل سياسية واجتماعية في هذه الدول التي تعتبر الجنس موضوعا من المحرمات الاجتماعية وتطالب بالتقشف. إذا كان الجنس شيء "غير لائق"، لماذا إذاً هو واحد من الاحتياجات الأساسية؟ تباً لهذه التخلف


Donnerstag, 30. November 2017

Generation Influencer

Ich frage mich ob, William Shakespeare oder Oscar Wilde genauso große Lyriker gewesen wären, wenn ihre Generation auch von Twitter oder Facebook beeinflusst wäre? Hätten Sie auch mit grade mal 140 oder 280 Zeichen die Welt beeinflussen können? Hätte Vincent van Gogh vielleicht sogar mit Instagram die Möglichkeit gehabt, vor seinem Ableben mit seiner Kunst erfolgreich zu sein? Oder wäre Che Guevara ein besserer Revolutionär, wenn er Snapchat hätte?

Die Influencer unsere Zeit bilden sich das ein. Eine verzerrte Selbstwahrnehmung, gepaart mit einem ausgeprägten Aufmerksamkeitsdefizit, hat sie heute zu dem gemacht, die sie sind. Während es früher wichtiger war einen Schulabschluss und eine Ausbildung zu haben, wird jungen Leuten gezeigt, dass man sowas nicht mehr nötig hat, um erfolgreich zu sein. Falls alle Stricke reißen, gründen Influencer am liebsten ein eigenen „Merchandise“, um noch mehr unnützes Zeug unters Volk zu bringen. 

Frei nach dem Motto: „Einbildung ist auch eine Bildung“. Wozu nachdenken, wenn Google und Amazon sowieso schon wissen, was gut und schlecht für uns ist? Apropos Bildung - Wird es später vielleicht solche Seminare oder Studienfächer namens „ Influencer-logie“ geben? In der Modulbeschreibung steht vermutlich sowas wie: 
-    Heuchle ein erfolgreiches Leben vor
-    Verdiene mit Produktplatzierungen dein Lebensunterhalt
-    Fotografiere zu jeder Zeit dein Essen 
-  Beeinflusse junge Menschen dahingehend jeden Mist nachzukaufen, der dir von anderen Firmen zugeschickt wird  
-    Tue einfach so, als wäre all das ein richtiger Beruf  
Vertiefungsfächer sind dann natürlich: „Youtube-ismus“ und „Instagram-logie“   
Zum krönenden Abschluss, bekommt man den Bachelor-Titel von RTL verpasst.

Die Währung für alle Influencer sind Follower! Denn nur wer genügend Follower hat, wird von der Öffentlichkeit beachtet und subventioniert. Heutzutage würde jemand wie Leonardo da Vinci vermutlich weniger Follower oder Likes bekommen, als Kim Kardashian und Mona Lisas Lächeln hätte auch keine Chance gegen Kylie Jenners Lippen. (Obwohl ich mir sicher bin, dass er kein Filter gebraucht hätte, um seine Bilder zu bearbeiten.)

Man sollte meinen, dass dank der Globalisierung und des technischen Fortschrittes, Wir viel mehr Möglichkeiten haben, als die Generationen vor uns, aber das ist nicht der Fall. All diese Einflüsse und Möglichkeiten, prasseln auf uns ein, wie ein Taschentuch, das nach einem Regensturm nicht mehr zu gebrauchen ist. Unsere Generation ist nicht in der Lage, ohne ein Akku-Kabel zu überleben. Wir können uns nicht mal mehr an Orten aufhalten, Wo es kein W-Lan gibt. Eine Revolution ohne Hashtags, ist für uns keine. Ohne Hündchen-Öhrchen, Blumenkränze oder einem Duck Face, können wir kein normales Bild mehr von uns zu machen. Wir glauben tatsächlich, dass wir mit nur einem Klick oder einem Video die Welt beeinflussen können. Schließlich wird das unserer Generation vorgegaukelt. Wir können alles bestellen, downloaden, streamen und updaten, ohne dafür vor die Haustür gehen zu müssen. Dabei bleiben wir geistig monoton, ohne es zu bemerken. Unter diesen Voraussetzungen, ist es auch kein Wunder, dass wir heutzutage keine echten „Beeinflusser“, wie Platon, Konfuzius oder Voltaire mehr haben.

Während wir mit dem Schnuller unserer Generation (dem iPhone), wie Zombies durch die Gegend laufen und alles von uns preisgeben, was man nur preisgeben kann, ignorieren wir einfach, was in der realen Welt passiert. Wir bilden uns ein, irgendwas beeinflussen zu können. Dabei schaffen wir es lediglich, Einfluss auf unseren Profilbild zu haben. 


Ich bin Mitte Zwanzig und zitiere im Jahr 2017 immer noch Oscar Wild, ich kenne die meisten berühmten Werke von Vincent van Gogh und weiß wer Che Guevara war. Ich glaube nicht, dass sich irgendein Mensch in den nächsten 5-10 Jahren an „Dagi Bee oder „Pamela Reif“ erinnern wird. Denn genauso wie ein Profilbild, ist auch deren virtuelle Existenz vergänglich! 

Dienstag, 31. Oktober 2017

Die Nabelschnur zur Welt


In der kurdischen Kultur ist es Tradition, dass wenn ein Kind geboren wird, der Nabelschnurrest dort hingeworfen wird, wo das Kind sich später am wohlsten fühlen soll. Das wäre entweder das eigene Zuhause oder bspw. im Krankenhaus, damit aus dem Kind, später ein Arzt wird. Ich habe das Gefühl, dass meine Eltern mein Nabelschnurrest irgendwo an einem Bahnhof weggeworfen haben. Denn dort halte ich mich gefühlt am Meisten auf.

Abgesehen davon, bin ich auch ein Magnet für sehr schräge Menschen. Während ich darauf wartet, dass mein Zug endlich kommt, sprach mich eine junge Frau an. Sie wollte wissen, ob ich Feuer habe. Ich gab ihr meine Streichholzschachtel und so kamen wir ins Gespräch. Sie erzählte mir von ihren Problemen und das sie bereits 3 Kinder von 3 verschiedenen Männern hat und in ihrem ganzen Leben keine 3 Monate gearbeitet hat. Das Sprichwort "Alle guten Dinge sind drei", hatte diese Frau scheinbar sehr für sich verinnerlicht.


Ich muss an dem Tag wie eine Psychologin ausgesehen haben, denn anders kann ich es mir nicht erklären, warum mir eine wildfremde Frau, die persönlichsten Dinge anvertraut hat. Sie erzählte mir (sehr detailliert) von ihrer schmerzhaften Geburt, ihrem arabischen Exfreund und dass sie ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter hat, da sie schon immer rebellisch war. Aber was mich wirklich verwunderte ist, dass sie nicht einmal irgendwas über mich wissen wollte. Das erlebe ich nicht oft. War das die pure Toleranz, die mir latent primitiv in die Augen blicke? Ich ertappte mich dabei, wie ich sie um ihre Naivität beneidete.

Irgendwann kam der Zug und die Frau saß sich links neben mir hin. Der nächste zwielichtige Typ ging durch den Zug. Er gibt auf und ab, dabei rief er ständig "Merkel ist schuld, Merkel ist schuld - Wir schaffen das, hat die Alte gesagt." Ich fand das herrlich, denn alle Blicke waren auf ihn gerichtet - Bis zu dem Moment, als er sich rechts neben mir hinsetzte.

"Wir Deutsche haben doch nichts mehr in Deutschland zu sagen." Ich nickte wohlwollend, damit er mich weiter unterhält, bevor die Frau auf meiner linken Seite auf die Idee kommt, mir noch mehr über ihr Privatleben zu berichten.

Der Typ machte weiter und war überzeugt, dass ich auf gar keinen Fall einen Migrationshintergrund haben könnte. Schließlich nickte ich ständig und fand einige Theorien, die er von sich gab, gar nicht so verwerflich. Irgendwann kam er zu seinem Schlusssatz und sagte: " Deshalb müssen wir Deutsche zusammenhalten." In diesem Moment musste ich an 2 Dinge denken.

1. Ich muss unbedingt mein Frisör loben. Die Blondierung ist scheinbar so gut gelungen, sodass der Typ dachte, ich sei naturblond und somit bestimmt eine Deutsche.
2. Endlich sagt jemand "wir Deutsche" zu mir. (Nach gerade mal 24 Jahren.)

Und während ich darüber grübelte, begriff ich, dass ich für die Mitte der Gesellschaft, weder ein Inklusionsvordergrund, noch ein Migrationshintergrund habe. Genau deshalb ist es gut, dass es solche Menschen gibt. Damit Menschen wie ich immer zu sich sagen können: "Gut, dass ich nicht so bin." Das muss vermutlich auch die Daseinsberechtigung für solche Sender, wie RTL oder RTL2 sein. Vielleicht erinnerten mich die Zwei auch nur an die guten alten Talkshows, wie Britt, Arabella oder Stefan Raab und seine kleinen Knöpfe am Schreibtisch.

Ich frage mich, ob der Bahnhof vielleicht doch die Nabelschnur zur Welt ist?

Wo glaubt ihr ist eure Schnur?

Wo fühlt ihr euch hinterlassen bzw. liegen lassen?

Mittwoch, 29. Juni 2016

Sind wir abgeschrieben?

Es gibt kaum eine unscheinbarere, brotlosere und undankbarere Form der Kunst, als die des Schreibens. Kaum eine Branche ist so überfüllt von Möchtegern Künstlern, wie diese! Ich lebe in einer Generation, in der sich fast jeder Blogger, Schriftsteller oder Journalist nennt, nur weil man meint, mehr als zwei Sätze richtig schreiben zu können. So als würde jemand sich als Künstler bezeichnen, nur weil man einen Regenbogen nachmalen kann. Es ist heutzutage allgemein schon schwer für ein Individuum. Alle wollen einzigartig sein und dabei wirken Sie alle doch so gleich. Generation „vermeintlich anders“.

Bei so eine Generation ist es schwer, sich mit der Schreiberei zu etablieren. Ständig neue Ideen zu haben, ständig aktuell zu bleiben und dann noch Worte zu finden, die durchdacht und natürlich auch kreativ sind, ist keine leichte Aufgabe. Und um so mehr etwas nachgemacht wird, macht es den Anschein, als wäre es das einfachste der Welt über ein Thema, was einen persönlich vielleicht gar nicht interessiert. Selbst wenn man es geschafft hat bei so einer Online Plattform, wie die #Huffingtonpost zu schreiben, ist man noch lange nicht da angekommen, wo man hin möchte. Denn viele Verlage und Plattformen für angehende Journalisten beuten einen förmlich aus. Man schreibt für ein Hungerlohn (wenn man überhaupt dafür bezahlt wird) und wird nicht einmal von seinem Publikum, welches man erreichen will wahrgenommen. Auf diverse Likes ist ebenso zu verzichten, wenn man Themen anspricht, die tiefgründiger sind. Denn die breite dumme Masse der Gesellschaft, hat die Likes zur neuen Währung ausgestellt. Man muss sich oft so was anhören wie „Komisch, der Text ist eigentlich ganz gut, warum hast du so wenig Likes?“  

Als Blogger wird man gerne in eine Schublade gesteckt. Die Schublade, der arbeitslosen Menschen, die zuviel Zeit haben und sich irgendwie durchs Leben schmuggeln. Dass diese Aussage völliger Schwachsinn ist, weiß man aber erst, wenn man selbst in der Branche aktiv ist. Kaum ein Blogger hat nicht nebenbei noch mindestens zwei Jobs. Sie müssen immer auf den neusten Stand sein und natürlich auch auf allen social Media  Plattformen verfetten sein. Es gibt viele Blogger, die sich mit einem Thema mehr oder weniger beschäftigen, doch genau da ist der Knackpunkt. Wenn ein Schreiber es geschafft hat, mit einem Thema aufsehen zu erregen, wird er immer darauf reduziert. Ich habe einmal einen einen ziemlich beliebten Text über Tinder geschrieben und schon bin ich die „Tinder-Tussi“. Egal wo ich mich nun vorstelle, heißt es „Ach sind sie die Rollstuhlfahrerin, die über Tinder geschrieben hat?“ An dieser Stelle würde ich immer wieder gerne sagen: „Ja und die, die über den Nahen Osten, die Gesellschaftsstruktur in Deutschland und auch über diverse religiöse Konflikte geschrieben hat.“ Wenn man über so ein populäres Thema schreibt, fühlt es sich so an, als hätte man lediglich ein One-Hit.Wonder, obwohl alle anderen Texte mindestens genau so gut waren.   

Ich schreibe seit ca. vier Jahren kostenlos für Magazine, meinen Blog, Onlineforum und Zeitungen, nur damit ich Referenzen habe, um sie bei meiner nächsten Bewerbung hervor zu zeigen. Dennoch muss ich mir oft so was anhören wie „Und das nennst du Arbeit?“ Ja verdammt, zwei Blog´s, eine Webseite, eine Kolumne und als Autorin für andere zu schreiben, nenne ich Arbeit! Komisch, dass der Beruf Hunde-Frisörin heutzutage in der breiten Masse angekommen ist, aber der Beruf „Bloggerin“ immer noch belächelt wird. 

Aber der größte Kritiker für ein Schreiber, ist er selbst.  Manchmal bearbeitet ein Blogger einen Text so oft um, auch wenn er dafür die Nacht durchmachen muss. Schließlich hat man kaum Zeit, da man das oft "nur" Nebenberuflich macht. Aber all das gehört nunmal dazu und man muss sich bewusst werden, dass kaum jemand in die Hände klatschen wird und sagt „Das hast du aber toll gemacht.“ Man muss schon zufrieden sein, wenn es überhaupt jemand liest. Obwohl wir in einer Zeit leben, in der jeder ein vermeintlicher Blogger ist, lesen kaum noch Menschen längere Artikel.  Und falls du lieber Leser, bis zu dieser Zeile gekommen bist, kannst du ziemlich stolz auf dich sein. Doch all das ist nebensächlich, wenn ein einziger Mensch zu dir kommt und sagt „Ich habe dein Text gelesen und ich finde es gut, dass es endlich jemand ausgesprochen hat.“ Wer trotz all diesen Aspekten, die ich aufgezählt habe immer noch weiter macht und sich nicht beirren lässt, die eigene Leistung nicht von „Likes“ abhängig macht und über Jahre dran bleibt, kann sich Blogger, Schriftsteller oder Autor nennen.

Wir Schreiber werden es immer schwer haben, da kaum jemand auf den ersten Blick erkennen, dass wir auch Künstler sind.  Wir sind Wortkünstler! Ein Thema so zu formulieren, um bei anderen Menschen Interesse zu wecken, dran zu bleiben und tatsächlich darüber nachzudenken, ist Kunst. Anders als ein Maler und ein Sänger, muss man bei uns nicht nur gut sehen und hören können, sondern auch nachdenken. Die Intension für alle Schreiber ist es, andere Menschen zu erreichen, für ein Thema zu sensibilisieren und ihnen so viele Informationen wie mögliche weiter zugeben. Allein aus diesem Grund machen wird das! Wir wissen, dass man damit nicht reich oder berühmt werden, aber genau das wollen wir auch nicht. Daher haben wir uns ja auch für's Schreiben entschieden. Wir sind die Akteure, die hinter den Kulissen spielen. Wir sind die Melodie, die leise im Hintergrund zu hören ist. Wir schreibe die Worte, die ein Künstler lediglich nur zeichnet kann. All das sind wir. Vielleicht sieht man uns nicht, doch wir sind da! 

(A.J)



Montag, 27. Juni 2016

„Menschen glauben oft der Mehrheit und nicht der Wahrheit.“



Brexit hier Brexit da. Seit Tagen hört man überall in den Meiden, wie schockiert alle über den EU-Austritt von Großbritannien sind (und aktuell auch aus der EM). Doch das einzige, was wirklich schockierend war, ist das man die Einscheidung tatsächlich dem Volks alleine überlassen hat. Spätestens am Ergebnis dieser Volksabstimmung, sollte man erkennen, dass alles mit rechten Dingen vor sich gegangen ist. Denn viele politische Entscheidungen auf dieser Welt wären vermutlich ebenso katastrophal ausgefallen, wenn man es ausschließlich dem Volk überlassen hätte. Fragen wie: „Seid ihr für die Todesstrafe oder Abschiebungen“, würde die meisten Menschen mit „ja“ beantworten! (Ohne länger darüber nach zu denken.)

In der letzten Zeit hat man ständig über die Konsequenzen geredet, die nun Großbritannien nun tragen muss, aber kaum über die Gründe. Die Tatsache, dass die Briten hauptsächlich wegen der Einwanderer aus der EU raus wollten, wird nicht zur Sprache gebracht. „Die Bundeskanzlerin hat sich erniedrigt vor dem türkischen Präsidenten“, sagten viele Medien, als Deutschland ein Flüchtlingsabkommen mit der Türkei geschlossen hat. Wenn jedoch ein Land, wie Großbritannien aus der EU aussteigt, aufgrund dieses Problems, wir es oft verschleiert. 

Aktuell herrscht ohnehin schon eine getrübte Stimmung innerhalb der EU. Das einst ersehnte, grenzenlose Europa, in dem man ein Leben in Frieden und Freiheit hat, bröckelt immer mehr. Schuld sind auch hier hauptsächlich die „bösen“ Flüchtlinge. Sie wagten es aus ihren Kriegsländern zu fliehen und hier in Europa Unterschlupf zu suchen. Natürlich sind Sozialhilfen und Krankenversicherungen ein Grund für die Flucht nach Europa. Der selbe Grund, weshalb auch viele Europäer, Europa nicht verlassen würden, auch wenn sie ständig über alles und jeden jammern. Selbst die Briten, die raus sind, wollen mittlerweile wieder zurück rudern. Dies ist aber leider nicht mehr möglich.  Und die Moral von der #Brexit Geschichte ist „Menschen glauben oft der Mehrheit und nicht der Wahrheit.“  


(A:J)



    

Samstag, 26. März 2016

Deutschland, du warst mir noch nie so fremd



Ich hasse deinen neusten Trend

Zwischen Rechts,- und Linksextrem wird dieses Land getrennt 

Ich sehe Hakenkreuze, an den Wänden aus Zement 

Ich höre meine Muttersprache, von Menschen, die ich nicht kenn

Ich bin nur noch ein Fragment 

Aus Ost und West, in diesem Moment 

Die Kerze brennt 

Für alle die Menschen, die ich nicht mehr wieder erkenn

Deutschland, du warst mir noch nie so fremd

Es ist nicht deine Schuld, dass ich hier nichts mehr wieder erkenn

Die Menschen, die ich nenn, machen dieses Land für mich so fremd


(A.J)